Stellungnahme zum Managementplan Kaiserstuhl

von unserem Biotop-Obmann Karl Merz

  • Kaiserstuhl_Bild Ch. Heinkele

    Kaiserstuhl_Bild Ch. Heinkele

Erstellt am 25.06.2020

Die EU verlangt Managementpläne zur Verwirklichung der Schutzziele in FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat). Nun hat das Reg.Präs. Freiburg den vorgesehenen Managementplan für das Gebiet am Kaiserstuhl vorgelegt. Wir zitieren daraus:

"Bekannte Horststandorte der gelisteten Arten und deren unmittelbares Umfeld sollten ganzjährig von forstlicher Nutzung ausgeschlossen werden. Es wird empfohlen, Horstbäume und bekannte Wechselhorste durch Ausweisung von Habitatbaumgruppen oder Waldrefugien entsprechend dem Alt- und Totholzkonzept des Landesbetriebes ForstBW (FORSTBW 2017a) zu erhalten. Innerhalb der Brutzeit von Anfang März bis Ende August sind im 300 m- Radius um bekannte Horste Störungen durch forstliche Arbeiten zu vermeiden.
Zudem sollten im Umkreis von 500 m um bekannte Horste im genannten Zeitraum der Bau und die Nutzung jagdlicher Einrichtungen untersagt werden."

Zu der oben zitierten Aussage im Managementplan (MaP) Kaiserstuhl erstellte unser Biotopobmann Karl Merz eine Stellungnahme.
Darin beleuchtete er die Konsequenzen sowohl für den Forst als auch für die Jagd bei Existenz von Großhorsten folgender Greifvogelarten: Wanderfalke, Baumfalke, Rotmilan, Uhu und Wespenbussard.

Sobald ein Horst dieser genannten Greife im FFH Gebiet gesichtet wird, ist im Umkreis von 300 m die forstwirtschaftliche Nutzung einzustellen und in einem Umkreis von einem 500 m Radius ist „der Bau und die Nutzung von jagdlichen Einrichtungen“ verboten. Ein Verbot für den Zeitraum 01.März bis 31.August!
So die aktuell geplante Fassung des MaP.

Dieser Forderung kann so nicht unwidersprochen bleiben!

Für alle Praktiker hört sich das sehr theoretisch und willkürlich gewählt an. Vor allem, wenn man weiß, dass es sogar Uhu-Brutplätze in aktiven Steinbrüchen gibt!
Dieser 500 m Radius entspricht einer Kreisfläche von ca. 78 ha.
Im Kaiserstuhlgebiet sind 12 Brutstätten der genannten Arten bekannt. Das würde zusammen eine Fläche von 942ha betreffen. Wäre es denn nicht auch konsequent, wenn diese Kreisfläche um den Horst auch für alle Waldbesucher, Freizeitsportler, Spaziergänger, etc. gesperrt würde?

Auch der LJV ist informiert und nimmt sich der Sache an, da ja im Moment MaP zuhauf formuliert werden.

Zudem ist es wichtig nachzuprüfen, ob und wo dieser Absatz schon in abgeschlossenen Managementplänen umgesetzt wurde.

(Text:Maria-Andrea Merz)

 

 

 

Erstellt am 25.06.2020
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