Wanderfalkenberingung

Eine gelungene Kooperation zwischen zwei Naturschutzverbänden!

Mitte Mai konnte im Raum Freiburg die erfolgreiche Beringung eines jungen Wanderfalken durchgeführt werden.

 

Der Biotopbeauftragte der Jägervereinigung, Karl Merz, seilte sich an der steilen Felswand ab, in der sich ein schwer zugänglicher Wanderfalkenhorst befindet.

Um genau zu wissen, wo sich der gut versteckte Horst befindet, wurden die Altvögel über längere Zeit beobachtet.

Der ca. 6 Wochen alte Wanderfalke wurde nun vorsichtig in einen speziellen Rucksack gesetzt und abgeseilt.

Das Team der Ehrenamtlichen des AGW (Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz), unter Leitung von Frau Dr. Gudrun Horn (Veterinärin) und Herrn Dr. Lühl, konnte Daten über den Gesundheitszustand, Größe, Alter, Flügellänge, Gewicht etc. des Jungvogels aufnehmen.

Danach wurde die Beringung mit einem roten Ring vorgenommen, an der Farbe rot ist das Felshabitat erkennbar.

Seit 2 Jahren werden sogenannte Kennringe mit 3 Buchstaben verwendet. Da jede Buchstabenkombination innerhalb Europas nur einmal vorkommt, kann mit etwas Glück, das Leben der Falken verfolgt und erforscht werden.

 

Nach kurzer Zeit konnte der junge Wanderfalke wieder sicher in seinen Horst gesetzt werden.

Nachdem Karl Merz die steile Felswand verlassen hatte, kam der Altvogel, der sich ständig in der Nähe aufgehalten hatte, zum Horst zurück.

Zum Schutz der Wanderfalken wird der genaue Ort des Horstes geheim gehalten.

 

Falls sich im Horst ungeschlüpfte Eier befinden, werden diese zur genaueren Untersuchung an das NABU Vogelschutzzentrum gesendet.
Sie dienen als Bioindikator für die Belastung durch Pestizide. '
Ein 10 Jahre alter Wanderfalke hat wohl um die 3650 Vögel gefressen und theoretisch hat jeder Vogel tausende von Insekten gefressen.Die Eierschalen und ihr Inhalt dienen als Bioindikator für die Belastung durch Pestizide und Weichmacher, sogenannte PCBs.in

 

Die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen der Jägervereinigung Freiburg und Ehrenamtlichen des AGW ist auch dieses Jahr wieder hervorragend gelaufen!

Im Frühjahr 2019 treffen sich die Ehrenamtlichen der beiden Naturschutzverbände wieder!

 

(Text und Fotos: Wildtierschützerin Andrea Merz)

Erstellt am 04.07.2018
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