Wildtierforum Denzlingen 2025 - Exkursion am 27. März 2025

Im Rahmen des diesjährigen Wildtierforum in Denzlingen fanden am 27. März zwei Exkursionen statt. Hier ein Bericht über die Rheinaue-Exkursion zum Taubergießen und nach Schwanau.

  • Ankunft und Begrüßung am Naturzentrum Rheinauen von Axel Leuthner

  • Erläuterung der naturpädagogischen Aufgaben des Naturzentrums

  • Erläuterung der naturpädagogischen Aufgaben des Naturzentrums

  • Bei den selbstgepflegten Streuobstwiesen wurden wir mit Apfelchips und selbstgepresstem Apfelsaft verwöhnt

  • Viele Infotafeln erörtern die Arbeit und die Naturschutzprojekte

  • Rancherin Cosima Zeller führt durch den Rundgang Taubergiessen

  • Hier an der Zuckerbrücke

  • Lars Hohner und Benjamin Gut vomLJV

  • Großer Dank an die Führung des 1. Teil der Ex durch die FVA

  • Rechts Norbert Bühler bei der Führung durch Jagdgesellschaft Allmannsweier – Nonnenweier

  • Perfekt organisierte Fahrt durch die Reviere

  • Norbert Bühler mit Erklärungen

  • Rieselfelder Blockadefalle

  • Einer der zwei "Macher" beim Abschlussgespräch Klaus Niehüser

  • Klaus Niehüser und Lars Hohner vom LJV

  • Hier beide hochaktive Förster beim Abschlußgespräch. Ein Fasanenhahn im Hintergrund (nicht zu sehen ;-))

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Absolut! Hier ist der korrigierte Text:

Das diesjährige Wildtierforum wurde gemeinsam vom Landesjagdverband (LJV) und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Freiburg organisiert.

Am Donnerstag wurden zwei verschiedene Exkursionen angeboten, organisiert von Lars Hohner (LJV) und Judith Erlacher (FVA). Hier ein Bericht über die Exkursion zum Taubergießen. Dort wurden wir im Naturzentrum Rheinauen (NZR) freundlichst von Axel Leuthner begrüßt und mit Kaffee bewirtet.

Dieser stellte die Aufgaben und das Tätigkeitsprofil des NZR vor und erläuterte eindrücklich diverse Themen der Naturpädagogik.

Anschließend fuhren wir in den Taubergießen, wo wir von der Rangerin Cosima Zeller geführt wurden. Sie erläuterte u. a. das Spannungsfeld zwischen dem Naturschutz und Anglern, die Freizeitnutzung der Wasserwege mit Booten und anderen Sportgeräten, die speziellen Gefahren von Hochwässern und deren Auswirkungen auf das heimische Wild sowie allgemeine Bestimmungen in Naturschutzgebieten (NSG).

Nach unserem Rundgang wurden wir am NZR mit Wildschweinburgern und Nutria-Cevapcici zur Mittagspause verwöhnt.

Auf dem Nachmittagsprogramm stand der Besuch der Jagdgesellschaft Allmannsweier – Nonnenweier bei Schwanau. Hier wurden wir von den Förstern Klaus Niehüser (links) und Norbert Bühler (rechts) geführt. Hier ging es mit Traktor und Anhänger durchs Revier, wobei die zwei Forstleute ihr Konzept erläuterten. Sie legen sehr viel Wert auf die Einbindung der Landwirte und sind sogar selbst dabei, ganze Flächen zu pachten, um darauf ökologisch sinnvolle Inseln anzulegen.

Das Pflanzen und die Pflege von Heckenbiotopen, das Anlegen von mehrjährigen Blühbrachen, die Pflege von Streuobstwiesen kann man überall beobachten. Das Ergebnis ist durch engmaschiges Monitoring sehr gut erkennbar. Der Hasenbesatz stieg die letzten Jahre auf ca. einen Hasen pro Hektar, die Fasanenpopulation hat sich ebenso gut erholt.

Durch ihr jagdpolitisches Management (starker Eingriff im Winter bei Drückjagden) und stark eingeschränkten Intervalljagden ist das Rehwild sehr vertraut. Wir sahen bei unserer Rundfahrt alleine drei Sprünge (Gruppen) Rehe, welche ohne Scheu gemütlich ihre Äsung fortsetzten.

Natürlich funktioniert die Hege des Niederwildes nicht ohne hinreichendes Prädatorenmanagement. Hier stellten sie uns als Beispiel die „Rieselfelder-Blockaderöhre“ vor.

Ihre Arbeit für die Insektenpopulation ist mit Händen zu greifen. Viele trockene Stängel von Kräutern und Stauden bleiben im Winter als Überwinterungsquartier stehen und werden erst im Frühjahr gemäht. Sie verwiesen ebenso auf den grandiosen Unterschied, ob die Flächen gemulcht oder gemäht werden. Beim Mulchen überleben nachgewiesenermaßen nur sehr wenige Insekten diesen Arbeitsschritt.

Auch die Übernahme der sogenannten „beetle banks“ aus England erklärte uns Förster Bühler. Dabei wird mittels Pflug ein Damm aufgeworfen, der unglaublich viele Vorteile nach sich zieht. So beobachteten die Jäger bei Hochwasser, wie sich Tiere auf der Dammkrone keine nassen Füße holten, wie sich unterschiedliche Insekten auf der Sonnen- und auf der Schattenseite des Dammes ansiedeln, wie sich die Sechsbeiner auf dem schneller erwärmten Damm ansiedeln bzw. wärmeliebende überhaupt kommen. Auch Luv- und Leeseite liebende Insekten finden hier auf engem Raum ihren Platz. Das heißt, zwangsläufig kreiste das Thema zwischen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung und der Ökologie.

Mit den wichtigen Themen Rehkitzrettung und Hundehaltung beschlossen wir die sehr anschauliche und lehrreiche Rundfahrt in der Jagdgesellschaft Allmannsweier–Nonnenweier.

Die Erfolge sind nur durch überdurchschnittliches Engagement, Einbindung von Bevölkerung und Landwirten ins Gesamtkonzept umsetzbar. Auch die Hundehalter werden durch sachliche Aufklärung mit ins Boot geholt!